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TADSCHIKISTAN
Die kleine Gebirgsrepublik Tadschikistan liegt in Mittelasien und grenzt im Süden an Afghanistan, im Osten an China, im Norden an Kirgistan und im Nordwesten an Usbekistan.
Erdteil: Asien
Offizieller Name: Jumhurii Tojikistan (Republic of Tajikistan)
Staatsform: Republik
Staatsführung: Präsident
Regierungsführung: Premierminister
Landesfläche: 143.100 qkm (Weltrang 93)
Gliederung: 3 Gebiete
Haupstadt: Dushanbe
Staatsreligion: keine
Währung: Rubel
Bevölkerungsdichte: 42,3 Menschen je qkm
Ethnische
Zusammensetzung der Bevölkerung:
Tadschiker 63.8%; Usbeken
24.0%; Russen 6.5%; Tataren 1.4%; Kirgiesen 1.3%; Ukrainer 0.7%;
Deutsche 0.3%; andere 2.0%
Religionszugehörigkeit:
Sunni Muslime 80.0%; Shi'i
Muslime 5.0%; Russisch-Orthodoxe 1.5%; Juden 0.8%; andere (meist
ohne) 12.7%
Größte Städte:
Dushanbe 582,400; Khujand (vorher
Leninabad) 164,500; Kulob 79,300; Qurghonteppa 58,400; Urateppa
47,700
Internationales
Kennzeichen: TJ
Nationalfeiertag:
9. September (Tag der Unabhängigkeitserklärung von 1991)
Geographische
Lage: 67º O - 75º O / 36º N - 41º N
Geographische
Merkmale:
höchster Berg
--> Pik Kommunismus 7495 m; längste Flüsse --> Amu-Darja
(Teil) 2539 km, Vahs 800 km.
Geographie:
Der größte
Teil Osttadschikistans, der vom eisigen Massiv des Pamir-Gebirges
beherrscht wird, liegt mehr als 3000 m über den Meeresspiegel.
Mit 7495 m erhebt sich im Pamir eine der beiden höchsten Gipfel
aller GUS-Staaten - der Pik Kommunismus. Dem mächtigen Pamir nördlich
vorgelagert sind das Trans-Alai-Gebirge und dessen Ausläufer,
die sich von Kirgistan über Tadschikistan bis nach Usbekistan
herüberziehen. Nördlich davon werden in dem fruchtbaren Fergana-Becken
zahlreiche verschiedene exotische Früchte angebaut, wofür es
auch berühmt ist. Das Klima ist kontinental mit kalten Wintern
und langen heißen Sommern in den Gebirgstälern.
Durchschnittliches
Jahreseinkommen je Einwohner: 380 $ (US)
Wichtigste
Importgüter:
Maschinen,
Leichtindustrieprodukte, Nahrungsmittel
Wichtigste Exportgüter:
Leichtindustrieprodukte, Buntmetalle, Nahrungsmittel
Geburtsrate je 1000 Menschen: 33,8 (Weltdurchschnitt. 25.0)
Todesrate je 1000 Menschen: 8,4 (Weltdurchschnitt 9.3)
Internet:
In Tadschikistan wird der
Zugang zum Internet staatlich kontrolliert; Filter-Software
verhindert, daß unerwünschte Webseiten aufgerufen werden können.
Gesamtgröße der Armee: 7000 (Heer 100%)
Anteil der Militärausgaben
am Bruttosozialprodukt:
1% (Weltdurchschnitt 2,8%)
Kurzinfo:
Tadschiken, seit dem 8.
Jahrhundert in Zentralasien beheimatet, wurden in ihrer
Geschichte von Usbeken, Mongolen und Afghanen beherrscht. Ende
des 19. Jahrhundert von Russen erobert, geriet der Norden des
Landes 1918 unter sowjetischer Kontrolle, 3 Jahre später
besetzte die Rote Armee den Rest. 1924 wurde Tadschikistan
autonomer Teil der Usbekischen Sozialistischen
Sowjetrepublik, 1929 Sowjetrepublik. Russen usurpierten alle
wichtigen Positionen im Staat. Nach dem gescheiterten
Staatsstreich gegen Gorbatschow 1991 in Moskau und
Massendemonstrationen im eigenen Land erklärte Tadschikistan im
September 1991 seine Unabhängigkeit. In der Folge kämpften
Kommunisten, Demokraten und islamische Gruppen aus verschiedenen
Landesteilen um die Macht. Präsident Rachmon Nabijew, der
ehemalige KP-Chef, wurde im September 1992 abgesetzt. Zwischen
der prokommunistischen neuen Regierung unter dem Staatsoberhaupt
Emomali Rachmonow und der islamischen Opposition begann ein Bürgerkrieg
(bis zu 100.000 Tote). Nur mit Hilfe russischer Truppen, die auch
die Grenze zu Afghanistan sichern, konnte sich das Rachmonow-Regime
bisher halten. Im Dezember 1996 kam unter UNO-Vermittlung ein
Friedensabkommen zustande, die Islamisten unter Said Abdullah
Nuri kehrten aus dem Exil zurück und traten in die Regierung ein.
Der Einfluß der Zentralregierung reicht kaum über die Grenzen
der Hauptstadt hinaus. Die politische Lage ist instabil, es gibt
ständig Scharmützel zwischen verfeindeten Gruppen, ausländische
Helfer werden ermordet. Moskau fürchtet nach den Erfolgen der
afghanischen Taliban den Einbruch des islamischen
Fundamentalismus in seinen asiatischen Vorhof und engagiert sich
weiter mit Waffen und Soldaten. Nach eigenen Angaben ist
Tadschikistan Mitte August 1999 von Kampfjets mit usbekischem
Hoheitszeichen bombardiert worden. Dabei seien im Nordosten des
Landes Gebäude zerstört und Vieh getötet worden. Das
usbekische Außenministerium teilte mit, von einem derartigen
Vorfall sei nichts bekannt. Die Beziehungen zwischen den beiden
islamisch geprägten Mitgliedern der GUS galten bisher als gut.
Bei der ersten Parlamentswahl nach dem Bürgerkrieg in
Tadschikistan am 27.02.2000 erhielt die Volksdemokratische Partei,
die Präsident Emomali Rachmonow (47) unterstützt, 64,5% der
Stimmen. Wie die Wahlkommission am 01.03.2000 in der Hauptstadt
Duschanbe mitteilte, wurden die Kommunisten mit 20,6% der Stimmen
zweitstärkste Kraft. Die oppositionelle Islamische
Erneuerungspartei erhielt 7,5%. Die Wahlbeteiligung lag nach
Angaben der Kommission bei etwa 93%.