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KIRGISTAN
Kirgistan ist eine Gebirgsrepublik in Mittelasien. Sie stößt im Norden an Kasachstan, im Westen an Usbekistan, im Südwesten an Tadschikistan und besitzt im Südosten einen langen Grenzstreifen zu China.
Erdteil: Asien
Offizieller Name: Kyrgyz Respublikasy (Kyrgyz Republic)
Staatsform: Republik mit Mehr-Parteien-System
Staatsführung: Präsident
Regierungsführung: Premierminister
Landesfläche: 198.500 qkm (Weltrang 84)
Gliederung: 6 Provinzen, 1 Hauptstadtbezirk
Hauptstadt: Bishkek
Offizielle Sprache: Kirgiesisch; Russisch
Staatsreligion: keine
Währung: 1 Som = 100 Tyiyn
Bevölkerungsdichte: 23,1 Menschen je qkm
Ethnische
Zusammensetzung der Bevölkerung:
Kirgiesen 59.7%; Russen 16.2%;
Usbeken 14.1%; Ukrainer 1.7%; Tataren 1.2%; Kasaken 0.9%; andere
6.2%
Religionszugehörigkeit:
Muslim 70.0%; Orthodoxe 5.7%;
andere 24.3%
Größte Städte:
Bishkek (Frunze) 631,300;
Osh 218,700; Jalal-Abad 74,200; Tokmok 71,200; Kara-Köl 64,300
Internationales
Kennzeichen: KS
Nationalfeiertag:
31. August (Unabhängigkeitserklärung an die UdSSR im Jahre 1991)
Geographische Lage: 39º O - 42º O / 69º N - 80º N
Geographische
Merkmale:
höchster Berg
--> Pik Pobedy 7439 m; längster Fluß --> Syr-Darja (Teil)
2200 km.
Geographie:
Kirgistan wird
durch das Tienschan-Gebirge geprägt, das längs der kirgisisch-chinesischen
Grenze verläuft und mit dem Pik Pobedy im Alai-Gebirge im Westen,
unweit der tadschikischen Grenze, seinen höchsten Punkt hat. Der
andere Teil Kirgistan besteht aus einer Reihe parallel
verlaufender Bergketten, die durch tiefe Flußtäler und -becken
unterbrochen werden. Das tiefste Becken befindet sich im
Nordosten, wo die klaren Wasser des Issyk-Kul-Sees von
schneebedeckten Bergen umgeben werden. Die höheren
Gebirgsregionen bringen reichlich Niederschläge in die eher wüstenähnlichen
Gebiete der Vorgebirge. Im Hochgebirge herrscht ein naßkaltes
Klima mit heftigen Schneefällen im Winter. Die Sommer in den Tälern
und Becken sind dagegen heiß und trocken, aber das Schmelzwasser
der Gebirgsgletscher sorgt für eine ausreichende Bewässerung
der landwirtschaftlichen Nutzflächen in den trockeneren Becken.
die Vegetation reicht von Strauchlandschaft und Waldland bis zu
alpinen Weisen im Gebirge. Das Tierleben in den Gebirgen ist
besonders artenreich.
Ressourcen:
Kohle, Erdöl,
Erdgas, Gold, Quecksilber, Uran, Rinder, Schafe, Ziegen, Tabak,
Baumwolle, Zuckerrüben, Getreide, Wasserkraft.
Zeitverschiebung
gegenüber MEZ: 4,0 Stunde(n)
Durchschnittliches
Jahreseinkommen je Einwohner: 585 $ (US)
Wichtigste
Importgüter:
Erdöl und -gas,
Maschinen, chemische Erzeugnisse, Industriegüter
Wichtigste
Exportgüter:
Industriegüter, Nahrungsmittelindustrieerzeugnisse, Energie
Geburtsrate je 1000 Menschen: 25,9 (Weltdurchschnitt. 25.0)
Todesrate je 1000 Menschen: 8,1 (Weltdurchschnitt 9.3)
Internet:
Der Zugang zum Internet ist
für Privatpersonen bewußt vom Staat derart teuer gestaltet, daß
sich kaum ein "normaler" Bewohner das Internet leisten
kann.
Gesamtgröße der
Armee:
13,000 (Heer 80%;
Luftwaffe 20%)
Kurzinfos:
Kirgisien oder Kirgistan -
das klingt nach Abenteuer wie Khubilai Khan, Timur-Leng oder wie
all die Hordenführer aus Zentralasien hießen, die im
Mittelalter bis weit nach Europa vorstießen. Doch weit gefehlt,
die Kirgisier sind keine Mongolen, sondern ein Nomadenvolk aus
Zentralasien und haben selbst unter den Hordenführern aus dem
Osten gelitten. Sie wurden nämlich im 13. Jahrhundert von jenen
aus ihren angestammten Siedlungsgebiet am oberen Jenissej
vertrieben und zogen sich in die unwirtschaftliche
Gebirgslandschaft des heutigen Kirgistan zurück. Das Land liegt
im Durchschnitt 2750 m hoch und wird von gewaltigen Hohenzügen
eingefaßt: im Osten das Tienschan-Gebirge (bis zu 7400 m hoch),
im Südwesten die nördlichen Ausläufer des Pamir-Alai-Gebirges.
Nur wenige fruchtbaren Täler lassen Ackerbau und Viehzucht zu.
Immerhin enthalten die Berge eine Reihe von Erzen, die Exporterlöse
bringen. Das Land stand fast immer unter Fremdherrschaft. Erst
kamen die Türken, dann die Mongolen. Nach den Mongolen kamen die
Mandschus, nach den Mandschus die Chinesen und danach schließlich
die Russen. Sie eroberten das Land und gliederten es 1876 dem
russischen Kaiserreich ein. So erlebte Kirgistan alle Höhen und
Tiefen zunächst des Zarenreiches und dann der UdSSR mit. Immer
mehr Russen kamen ins Land und übernahmen fast alle Führungspositionen
im Staat. Erst Gorbatschows Glasnost-Politik änderte die
Situation. Es wurde öffentlich über Korruption diskutiert und
schon 1988 wagte es die Presse, freier zu schreiben. Hinzu kamen
gewalttätige Auseinandersetzungen mit Usbekistan über die Stadt
Osch, die 1924 Kirgistan zugeschlagen wurde. Mit dem
Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte sich Kirgistan 1991 für
unabhängig. KP-Chef Absamat Massalijew war schon 1990 bei der
Wahl für das neugeschaffene Präsidentenamt gescheitert und mußte
dem Reformer Askar Akajew Platz machen. Der schlug einen radikal
liberalen Wirtschaftskurs ein. Die Folgen waren zunächst
steigende Preise, sinkende Löhne und eine weitere Verarmung des
Volkes. Doch mit Hilfe des IWF und eines autoritären Führungsstiles
bekam Akajew die Wirtschaft langsam in Griff und die Kirgisen
honorierten das: 1995 wurde er mit 71,6% der Stimmen wiedergewählt.
Kirgistans Zukunftshoffnungen liegen auf dem Abbau von Gold.
Joint-ventures mit ausländischen Partnern versprechen
wirtschaftliche Modernisierungen. Die zahlreichen Flüsse sollen
verstärkt für Wasserkraftwerke genutzt werden. Bei den
Parlamentswahlen in Kirgistan am 20.02.2000 sind die
oppositionellen Kommunisten zur stärksten Partei geworden. Nach
Auszählung der Stimmen lag die Kommunistische Partei mit 27,3
Prozent deutlich vor den Parteien der Regierungskoalition. Die
vier regierungstreuen, beziehungsweise zentristischen Parteien,
Union der Demokratischen Kräfte, Demokratische Frauenpartei, die
Partei der Afghanistan-Veteranen sowie die Partei Mein Land
kamen auf insgesamt 44,2 Prozent. Die beiden nach der KP größten
Oppositionsparteien waren von der Wahl ausgeschlossen worden. Es
war die erste Wahl, bei der die Wähler über Kandidaten mit
Parteizugehörigkeit abstimmen durften. Allerdings wurden
lediglich 15 der insgesamt 105 Sitze im Zweikammern-Parlament über
Parteilisten vergeben; um die übrigen 90 Mandate bewarben sich
unabhängige Kandidaten. Die Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierte die Einschränkung
des Parteienspektrums bei der Wahl in Kirgistan.