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ASERBAIDSCHAN
Aserbaidschan liegt an der Westküste des Kaspischen Meeres und nimmt das südöstliche Gebiet Transkaukasiens ein. Es grenzt im Norden an Rußland und im Nordwesten an Georgien. Im Westen stößt es an Armenien und im Süden an Iran. Zu seinem Territorium gehören weiterhin das autonome Gebiet von Berg-Karabach und die Exklave Nachitschewan.
Erdteil: Asien
Offizieller Name: Azärbayjan Respublikasi (Azerbaijani Republic)
Staatsführung: Präsident
Regierungsführung: Premierminister
Politisches System:
Präsidialrepublik seit
1995. Verfassung von 1995. Allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahre.
Nationalrat mit 125 Abgeordneten, die alle 5 Jahre gewählt
werden. Direktwahl des Staatsoberhauptes ebenfalls alle 5 Jahre.
Landesfläche: 86.600 qkm (Weltrang 111)
Gliederung: 54 Distrikte
Hauptstadt: Baku
Offizielle Sprache: Aserbadschanisch (Azeri)
Staatsreligion: keine
Währung: 1 Manat = 100 Gopik
Bevölkerungsdichte: 88,0 Menschen je qkm
Ethnische
Zusammensetzung der Bevölkerung:
Aserbadschaner 82.7%; Russen 5.6%; Armenier 5.6%; Lezgin 2.4%;
Avar 0.6%; Ukrainer 0.5%; Tataren 0.4%; andere 2.2%
Religionszugehörigkeit:
Muslim 93.3%; Russische Orthodoxen 1.1%; Armenische Apostel (Orthodox)
1.1%; andere 4.5%
Größte Städte:
Baku 2,500,000; Gäncä 291,000; Sumqayit (Sumgait) 268,000;
Mingacevir (Mingechaur) 96,000.
Internationales
Kennzeichen: AZ
Nationalfeiertag:
28. Mai (Tag der Ausrufung der Republik im Jahre 1918)
Geographische
Lage:
45º O - 51º O / 38º N - 42º N
Geographische
Merkmale:
höchster Berg --> Bazardüzü 4480 m; tiefster Punkt -->
Kaspisches Meer 28 m; längster Fluß --> Kura (Teil) 1510 km.
Geographie:
Den nördlichen Landesteil nimmt der Große Kaukasus ein, der
sich südostwärts bis zur Hauptstadt Baku erstreckt. Von der
georgischen Grenze her schlängelt sich das Tal der Kura südostwärts
durch die Gebirgsausläufer des Kaukasus und öffnet sich zu
einer weiteren Schwemmebene, die größtenteils unterhalb des
Meeresspiegels liegt. An den Ausläufern des Kleinen Kaukasus
liegen Nachitschewan und Westaserbaidschan, während des Talisch-Gebirge
an der iranischen Grenze im Süden die Küstenlinie des
Kaspischen Meeres überragt. Im östlichen Tiefland herrscht ein
trockenes Steppenklima mit milden Wintern, heißen Sommern und
Sommertrockenzeiten. Das Gebirge weist ein mehr kontinentales
Klima auf.
Ressourcen:
Erdöl, Erdgas, Eisenerz, andere Metalle, Baumwolle, Tabak,
Weintrauben, Fischereiprodukte.
Zeitzone: MEZ
+3,0 Stunde
Durchschnittliches
Jahreseinkommen je Einwohner: 495 $ (US)
Wichtigste
Importgüter:
Nahrungsmittel,
Textilien, Maschinen
Wichtigste
Exportgüter:
Textilien, Erdöl und Erdgas
Geburtsrate je 1000 Menschen: 16,9 (Weltdurchschnitt. 25.0)
Todesrate je 1000 Menschen: 6,5 (Weltdurchschnitt 9.3)
Bildung:
Allgemeine Schulpflicht von
6 bis 17 Jahren. an den 17 Universitäten oder Hochschulen sind
26% der altersrelevanten Bevölkerung eingeschrieben.
Analphabetenrate: Männer 0,3%, Frauen 0,5%.
Internet:
In Aserbaidschan wird der
Zugang zum Internet staatlich kontrolliert; Filter-Software
verhindert, daß unerwünschte Webseiten aufgerufen werden können.
Armee:
Wehrpflicht mit 17 Monaten
Grundausbildung. 66,700 (Heer 80,0%, Marine 3,3%, Luftwaffe 16,7%)
Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt: 8,3%.
Flagge:
Blau ist der Himmel über
dem Land, Rot ist die Freiheit und Grün das fruchtbare Land.
Kurzinfos:
Aserbaidschan ist antikes
Kulturland, fand aber in der Vergangenheit nie zu nationaler
Einheit und Unabhängigkeit. Perser, Griechen, Mongolen, Araber
und Türken zogen durch das Land. Peter der Große eroberte 1723
Aserbaidschan vorübergehend für Rußland. 1828 annektierten die
Russen endgültig den Norden des Landes, während der Süden an
Persien fiel. 1883 wurde die transkaukasische Eisenbahn ans
Schwarze Meer vollendet, Baku entwickelte sich wegen des Ölreichtumes
- die Hälfte der weltweiten Erdölproduktion - zu einer
Industriemetropole im Russischen Reich. 1918 wurde Aserbaidschan
unabhängige Republik, doch schon 1920 machte die Rote Armee der
Unabhängigkeit ein Ende. Es entstand bis 1936 - zusammen mit
Armenien und Georgien - die transkaukasische Sowjetrepublik. Der
Zerfall der Sowjetunion begünstigte die Unabhängigkeit
Aserbaidschans. Ethnische Konflikte flammten schon 1988 (Sumgait)
auf, und mit Armenien kam es wegen den vorwiegend von Armeniern
bewohnten Berg-Karabach zum Krieg. Das hemmte den
wirtschaftlichen Aufschwung des Landes ebenso wie die
strategischen Auseinandersetzungen zwischen Rußland und den USA
über die Transportwege für das aserbaidschanische Erdöl.
Aktuelle
Entwicklung:
Im Konflikt um die Kaukasus-Enklave Berg-Karabach ist nach mehr
als zehn Jahren eine Lösung in Sicht. In Geheimgesprächen auf höchster
Ebene sollen sich nun die Präsidenten Armeniens und
Aserbaidschans, Robert Kotscharjan und Gejdar Alijew, auf einen
Gebietstausch geeinigt haben. Armenien tritt die südliche
Provinz Meghri an der iranischen Grenze und ein kleines Teilstück
Karabachs an die Aseri ab, dafür erhält es den Rest der
Bergregion mitsamt einem Korridor. Aserbaidschan bekäme dadurch
wieder Zugang zu Nachitschewan, einer von Armenien umgebenen
Exklave. Der Kompromiss kam auf Druck der USA zu Stande, die wie
die Türkei an einer Beilegung aller Konflikte im südlichen
Kaukasus interessiert ist - wegen der Ölvorkommen im Kaspischen
Meer. Herrscht Frieden in Karabach, könnte die geplante Pipeline
von Baku zum Mittelmeer durch Armenien verlegt werden, ohne Umweg
über Georgien. Rußland wäre der Verlierer des Deals: es hatte
bislang die Armenier gegen die mit der Türkei verbündeten Aseri
unterstützt und den Konflikt zwischen den verfeindeten Ländern
nach Kräften geschürt. Nach einem Friedensvertrag und einer
armenisch-türkischen Annäherung würde es seine letzte Kaukasus-Bastion
verlieren.